| Exponaten-Nr.: | 8 | Inventar-Nr.: | 1-2-6 und 1-2-7 |
| Name (Umgangssprache): | Kieselschiefer | ||
| Name (Wissenschaftlich): | Kieselschiefer | ||
| Alter: | Paläozoikum | ||
| Fundorte: | Kellerwald, Lahn-Dill-Gebiet | ||
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| Beschreibung und Entstehung des Exponates: | |||
| Kieselschiefer ist ein helles ton- und kalkarmes kieselreiches
ozeanisches Sedimentgestein. Es kommt in Hessen im Lahn-Dill-Gebiet und
im Kellerwald vor. Dort erkennt man, dass das Sediment überwiegend
im engen Kontakt mit Diabas vorkommt. Kieselschiefer entstand zunächst
als Sediment aus abgestorbenen Radiolarien-Tierchen, Vulkan-Aschen und
Tonpartikeln, von denen nur Kieselskelette der Radiolarien bis heute überdauerten.
Diese Sedimente bildeten eine Decke über den erstarrten untermeerischen
basaltischen klüftigen Ergussgesteinen. Die durch Wärmeabgabe
aus der Serpentinisierung oder Erstarrung aktiven Konvektionsgebiete, in
denen hydrothermale Wässer aufsteigen, bewirkten, dass ein beständiger
Grundwasserstrom durch den klüftigen Grundwasserleiter zu den Konvektionsgebieten
zog, der noch im Abstand von vielen Zehner Kilometern von den warmen Bereichen
entfernt sein kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass das durch das basaltische
Grundgebirge zirkulierende Grundwasser sauerstoffhaltiges Meerwasser enthält.
Sowohl durch die Einwirkung der mehr oder weniger sauerstoffhaltigen Grundwässer und Hydrothermalwässer und das durch die Sedimentschicht in das Basalt-Grundgebirge absinkende sauerstoffreiche kalte Meerwasser ist es in dem zunächst mit organischen Stoffen und Ton angereicherten schwarzen Sediment durch Verlagerung einer Reihe von Elementen zu Veränderungen Gekommen. Das Schicksal der wichtigsten Elemente wird unten aufgeführt. Silizium ist zunächst als Kieselsäure-Huminstoff-Komplex im methanogenen Milieu in Lösung gegangen, der dann im sulfatoxidierenden bis eisen(II)oxidierenden sauren Milieu unter Kieselgel-Abscheidung zerfiel.Der ursprünglich von Eisensulfiden, bituminösen Substanzen und Huminsäuren schwarze Sedimentschlamm wandelte sich dadurch: Er tritt uns heute als helles Gestein von sehr unterschiedlicher Härte seiner Schichten entgegen. Verblieben sind noch immer die Relikte der chemischen Reaktionen: Hart verkieselte Partien, in denen die Kieselsäureausfällung geschah. Roter Hämatit und brauner Limonit als oxidische Eisenrelikte, braune und schwarze Manganminerale sowie gelegentlich Aluminiumphosphat-Kristallbüschel (Wavelit ) auf den Kluftflächen. Der Aluminium-Kohlenstoff- Schwefel- und Phosporgehalt des Kieselschiefers ist wesentlich niedriger, als der der grauen und schwarzen Schiefer, die aus Sedimentschlämmen gebildet wurden, die nicht in diesem Ausmaß von oxidierenden Wässern durchzogen und verändert wurden. Quellen:
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